Rohstoff-ETFs: Wie du einfach in Gold, Öl & Co. investieren kannst

Veröffentlichung: 02.10.2025

Zuletzt aktualisiert am: 15.06.2026  

 

Gold glänzt, Öl fließt, Kupfer treibt die Energiewende an – Rohstoffe spielen in der Weltwirtschaft eine zentrale Rolle. Trotzdem tauchen sie in vielen privaten Depots nur am Rande auf. Die meisten Anleger investieren hauptsächlich in Aktien oder breit gestreute Aktien-ETFs und beschäftigen sich nur selten mit dieser Anlageklasse.

Das ist verständlich. Rohstoffe wirken oft weniger greifbar als Unternehmen. Sie zahlen keine Dividenden, veröffentlichen keine Quartalszahlen und stehen nur dann im Mittelpunkt, wenn die Preise stark steigen oder fallen. Dennoch können sie für langfristige Anleger eine interessante Rolle spielen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wie man in Rohstoffe investiert. Viel wichtiger ist die Frage, warum Rohstoffe überhaupt einen Platz im Depot haben könnten – und wo ihre Grenzen liegen.


Kurzantwort

Rohstoff-ETFs ermöglichen einen einfachen Zugang zu Gold, Öl, Industriemetallen und anderen Rohstoffen. Für viele Anleger sind sie keine eigenständige Anlagestrategie, sondern eine mögliche Ergänzung zur Diversifikation. Richtig eingesetzt können sie helfen, ein Depot breiter aufzustellen und von anderen Marktzyklen als Aktien zu profitieren.


Was Rohstoff-ETFs eigentlich sind

Die meisten Anleger kennen ETFs als Fonds, die Aktienindizes wie den MSCI World oder den DAX abbilden. Rohstoff-ETFs funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip – nur dass sie statt Aktien die Preisentwicklung von Rohstoffen nachbilden.

Dabei kann es sich um einzelne Rohstoffe wie Gold oder Öl handeln. Häufiger bilden diese Produkte jedoch ganze Rohstoffindizes ab. Solche Indizes bündeln verschiedene Rohstoffe aus Bereichen wie Energie, Industriemetallen oder Agrarrohstoffen und ermöglichen damit einen breiteren Zugang zu den Rohstoffmärkten.

Ein wichtiger Punkt wird dabei oft übersehen: Streng genommen existieren in Europa nur wenige echte Rohstoff-ETFs. Viele Produkte sind rechtlich gesehen ETCs (Exchange Traded Commodities). Für Anleger funktioniert die Nutzung ähnlich, die rechtliche Struktur unterscheidet sich jedoch.

Für die Praxis bedeutet das vor allem eines: Wer in Rohstoffprodukte investiert, sollte sich nicht nur mit dem Rohstoff selbst beschäftigen, sondern auch verstehen, wie das jeweilige Produkt aufgebaut ist.


Warum Rohstoffe überhaupt ins Portfolio passen können

Rohstoffe werden von vielen Investoren nicht nur als kurzfristige Spekulation betrachtet. In vielen Portfolios erfüllen sie eine strategische Funktion.

Der wichtigste Grund dafür ist die Diversifikation. Rohstoffpreise reagieren häufig anders auf wirtschaftliche Entwicklungen als Aktienmärkte. Während Aktien stark von Unternehmensgewinnen und Konjunkturerwartungen abhängen, werden Rohstoffe stärker durch Angebot, Nachfrage und geopolitische Entwicklungen beeinflusst.

Dadurch können sie helfen, ein Portfolio breiter aufzustellen. Besonders in Phasen erhöhter Inflation oder wirtschaftlicher Unsicherheit entwickeln sich Rohstoffe oft anders als klassische Aktienanlagen.

Allerdings geht es dabei nicht darum, Aktien zu ersetzen. Rohstoffe sind vielmehr ein zusätzlicher Baustein, der andere Eigenschaften ins Depot bringt. Warum Rohstoffe deshalb mehr sein können als nur ein Inflationsschutz, erkläre ich ausführlicher im Artikel  👉 „Rohstoffe als Depot-Booster – Warum sie mehr können als nur Inflationsschutz“.


Warum Rohstoffe oft genau dann interessant werden, wenn niemand über sie spricht

Viele Anleger interessieren sich vor allem für Themen, die aktuell Schlagzeilen produzieren. Künstliche Intelligenz, Technologiewerte oder neue Börsentrends ziehen Aufmerksamkeit fast automatisch auf sich.

Rohstoffe funktionieren häufig anders. Sie entwickeln sich oft über lange Zyklen hinweg und stehen über Jahre kaum im Fokus der Öffentlichkeit. Gerade deshalb werden sie regelmäßig unterschätzt.

Das bedeutet nicht, dass Rohstoffe automatisch attraktive Investments sind. Es zeigt jedoch, dass langfristige Chancen häufig dort entstehen, wo nur wenige Anleger hinschauen. Dieser Gedanke erinnert an viele andere unspektakuläre Investmentthemen, die ihre Stärke gerade aus ihrer Unauffälligkeit beziehen.


Wie Rohstoff-ETFs den Zugang zu Rohstoffmärkten erleichtern

Wer direkt in Rohstoffe investieren möchte, stößt schnell auf praktische Schwierigkeiten. Öl, Gas oder Weizen lassen sich nicht einfach im Depot lagern. Selbst bei Edelmetallen stellt sich die Frage nach Lagerung, Versicherung und Sicherheit.

Rohstoff-ETFs und ETCs übernehmen diese technische Abbildung und machen Rohstoffmärkte für Privatanleger deutlich zugänglicher. Sie können genauso einfach gekauft und verkauft werden wie Aktien oder klassische ETFs.

Je nach Produkt erfolgt die Preisabbildung auf unterschiedliche Weise. Manche Produkte sind physisch hinterlegt, andere nutzen Futures-Kontrakte zur Nachbildung der Rohstoffpreise.

Für Anleger ist vor allem entscheidend, dass eine Anlageklasse zugänglich wird, die früher oft institutionellen Investoren vorbehalten war.

Neben klassischen Rohstoffen rücken inzwischen auch andere knappe Ressourcen stärker in den Fokus. Ein Beispiel dafür ist Wasser. Warum dieses Thema langfristig interessant sein kann, erfährst du im Artikel  👉  „In Wasser investieren: Aktien, ETFs oder Versorger?“.


Welche Arten von Rohstoff-ETFs es gibt

Nicht alle Rohstoffprodukte verfolgen dieselbe Strategie. Einige konzentrieren sich auf einzelne Rohstoffe wie Gold oder Silber. Andere bilden ganze Rohstoffindizes ab und investieren gleichzeitig in Energie, Metalle und Agrarrohstoffe.

Der Vorteil breit gestreuter Rohstoffindizes liegt darin, dass Anleger nicht auf die Entwicklung eines einzelnen Rohstoffs angewiesen sind. Stattdessen profitieren sie von verschiedenen Märkten und unterschiedlichen Nachfragezyklen.

Daneben existieren auch thematische Produkte, die sich beispielsweise auf Industriemetalle oder Energierohstoffe konzentrieren. Diese eignen sich vor allem für Anleger, die gezielt auf bestimmte Entwicklungen setzen möchten.


Beispiele für bekannte Rohstoff-ETFs

Produkt

Fokus

TER

Replikation

iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF

Breiter Rohstoffindex

0,19 %

synthetisch

WisdomTree Enhanced Commodity UCITS ETF

Optimierter Rohstoffkorb

0,35 %

synthetisch

Xetra-Gold ETC

Physisches Gold

0,36 %

physisch

Diese Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Rohstoffinvestments umgesetzt werden können. Manche Anleger bevorzugen breite Streuung, andere konzentrieren sich bewusst auf einzelne Rohstoffe.

Ob Rohstoff-ETFs oder einzelne Rohstoffaktien langfristig sinnvoller sind, bespreche ich ausführlich im Vergleich  👉 „Rohstoff-ETF oder Rohstoffaktien? Welche Strategie langfristig besser ist“.


Warum Rohstoffe nicht für Rendite, sondern für Stabilität interessant sein können

Viele Anleger betrachten Rohstoffe vor allem unter Renditegesichtspunkten. Dabei liegt ihre eigentliche Stärke oft an anderer Stelle.

Rohstoffe können helfen, ein Depot robuster aufzustellen. Sie folgen teilweise anderen Marktzyklen als Aktien und entwickeln sich in bestimmten Phasen unabhängig von klassischen Unternehmensbewertungen. Gerade in Inflationsphasen oder geopolitisch angespannten Zeiten kann das eine interessante Eigenschaft sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Rohstoffe automatisch steigen, wenn Aktien fallen. Auch Rohstoffmärkte unterliegen Schwankungen und können über Jahre hinweg enttäuschende Entwicklungen zeigen. Ihre Stärke liegt deshalb weniger in kurzfristigen Gewinnen als in ihrer möglichen Rolle als Ergänzung.

Ziel des Anlegers

Mögliche Rolle von Rohstoff-ETFs

Diversifikation

Ergänzung

Inflationsschutz

mögliche Beimischung

Krisenvorsorge

ergänzender Baustein

langfristiger Vermögensaufbau

nicht allein ausreichend

breiteres Depot

sinnvoll nutzbar


Die Gefahr, Rohstoffe nur wegen eines Trends zu kaufen

Immer dann, wenn Gold stark steigt, Öl neue Höchststände erreicht oder von einem Rohstoff-Superzyklus gesprochen wird, wächst das Interesse vieler Anleger sprunghaft an.

Das Problem dabei: Aufmerksamkeit entsteht häufig erst dann, wenn ein Trend bereits weit fortgeschritten ist. Wer ausschließlich auf Schlagzeilen reagiert, läuft Gefahr, genau dann einzusteigen, wenn die Erwartungen bereits sehr hoch sind.

Trends können interessante Hinweise liefern. Sie ersetzen jedoch keine langfristige Strategie. Ob ein Rohstoff-Superzyklus tatsächlich bevorsteht oder nur ein vorübergehendes Narrativ ist, habe ich im Artikel  👉 „Superzyklus Rohstoffe: Mythos oder echte Chance?“ ausführlicher analysiert.


Warum Rohstoffe allein keine Anlagestrategie sind

So interessant Rohstoffe auch sein mögen: Für die meisten Anleger eignen sie sich nicht als alleinige Grundlage des Vermögensaufbaus.

Anders als Unternehmen erwirtschaften Rohstoffe keine Gewinne. Sie zahlen keine Dividenden und erzeugen keine laufenden Erträge. Ihre Wertentwicklung hängt in erster Linie von Preisveränderungen ab.

Deshalb ersetzen Rohstoffe weder Aktien noch eine breit aufgestellte Anlagestrategie. Sie können jedoch ein sinnvoller Baustein innerhalb eines größeren Gesamtkonzepts sein. Genau deshalb funktionieren einfache und breit gedachte Strategien langfristig oft besser als die Suche nach dem nächsten Trend. Mehr dazu erfährst du im Artikel  👉 „Warum einfache Strategien an der Börse langfristig fast immer gewinnen“.


Welche Rolle Rohstoff-ETFs im Portfolio spielen können

Für viele Anleger sind Rohstoffe keine Hauptanlageklasse, sondern eine Ergänzung.

Aktien bleiben in den meisten langfristigen Portfolios der wichtigste Baustein. Eine moderate Beimischung von Rohstoffen kann jedoch helfen, die Struktur des Depots breiter aufzustellen und unterschiedliche Marktzyklen abzubilden.

Wichtig ist dabei vor allem die richtige Erwartungshaltung. Rohstoffe sind kein Wundermittel und keine Garantie gegen Verluste. Sie können jedoch dazu beitragen, ein Portfolio robuster zu machen und bestimmte Risiken besser zu verteilen.

Rohstoffe können ein Depot sinnvoll ergänzen. Die entscheidendere Frage ist jedoch oft nicht, ob man Rohstoffe beimischt, sondern wie stark.

Denn zwischen einer kleinen Beimischung zur Diversifikation und einem Depot mit hohem Rohstoffanteil liegen große Unterschiede bei Risiko, Schwankungen und langfristiger Entwicklung.

Wie du die passende Gewichtung für deine persönliche Strategie findest, erfährst du im Artikel 👉 Wie viel Rohstoffe gehören wirklich ins Depot?

Wer sein Depot strukturiert aufbauen möchte, sollte sich zunächst mit den Grundlagen eines ETF-Portfolios beschäftigen. Eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu findest du im ETF-Startguide für Einsteiger:

 

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Fazit: Rohstoff-ETFs als mögliche Ergänzung für langfristige Anleger

Rohstoffe gehören zu den ältesten Anlageklassen überhaupt. Dennoch werden sie von vielen Privatanlegern kaum berücksichtigt.

Mit Rohstoff-ETFs und ETCs ist der Zugang heute deutlich einfacher geworden. Dadurch können Anleger Rohstoffe unkompliziert in ihre langfristige Strategie integrieren, ohne sich mit Terminbörsen oder physischer Lagerung beschäftigen zu müssen.

Entscheidend bleibt jedoch die Einordnung. Rohstoffe sind kein Renditeturbo und keine vollständige Anlagestrategie. Sie können aber ein sinnvoller Baustein sein, wenn es darum geht, ein Depot breiter und robuster aufzustellen.

Wie sich solche Bausteine sinnvoll in eine langfristige Gesamtstrategie einfügen lassen, zeige ich im Artikel  👉 „Solide Rendite ohne Börsenstress“.


FAQ

Sind Rohstoff-ETFs langfristig sinnvoll?

Sie können langfristig eine sinnvolle Ergänzung sein, insbesondere wenn sie zur Diversifikation beitragen. Für die meisten Anleger eignen sie sich jedoch eher als Beimischung als als Hauptbestandteil des Depots.

Wie viel Rohstoff-Anteil sollte ein Depot haben?

Dafür gibt es keine allgemeingültige Regel. Viele Anleger nutzen Rohstoffe lediglich als kleinere Ergänzung innerhalb eines breit diversifizierten Portfolios.

Sind Rohstoffe ein Inflationsschutz?

In bestimmten Phasen können Rohstoffe von steigender Inflation profitieren. Einen dauerhaften oder garantierten Inflationsschutz bieten sie jedoch nicht.

Was unterscheidet Rohstoff-ETFs von Aktien-ETFs?

Aktien-ETFs investieren in Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften. Rohstoff-ETFs beziehungsweise ETCs bilden dagegen die Preisentwicklung von Rohstoffen ab.

Sind Rohstoffe eher Spekulation oder Diversifikation?

Beides ist möglich. Wer kurzfristig auf Preisbewegungen setzt, nutzt Rohstoffe eher spekulativ. Im Rahmen eines langfristigen Depots stehen dagegen meist Diversifikation und Risikostreuung im Vordergrund.

Welche Rolle spielen Rohstoffe in Krisenzeiten?

Rohstoffe können sich in Krisenzeiten anders entwickeln als Aktien. Das macht sie für manche Anleger als ergänzenden Depotbaustein interessant. Eine Garantie für Stabilität bieten sie jedoch nicht.


 

Hinweis: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr


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