Veröffentlichung: 23.01.2026
Es passiert schneller, als man denkt.
Ein paar schlechte Börsentage, ein negativer News-Zyklus, vielleicht ein geopolitischer Schock – und plötzlich zeigt dein Depot –20 %.
Für viele Anleger ist das der Moment, in dem sich alles zusammenzieht:
👉 Zweifel
👉 Angst
👉 der Drang, „etwas tun zu müssen“
Doch genau hier trennt sich langfristiger Vermögensaufbau von teuren Fehlern.
Genau deshalb ist es entscheidend, nicht spontan zu reagieren, sondern einer klaren Anti-Crash-Strategie für Privatanleger zu folgen.
In diesem Artikel zeige ich dir:
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warum ein Minus von 20 % kein Ausnahmezustand, sondern Teil des Spiels ist
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wie solche Rückgänge historisch einzuordnen sind
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welche psychologischen Fallen jetzt besonders gefährlich werden
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und was du konkret tun kannst – ohne Panik, ohne Aktionismus
Lass uns das gemeinsam nüchtern und strukturiert einordnen.
🟣 Was ist ein „normaler Drawdown“ – und warum er dazugehört
Bevor wir über Handlungsoptionen sprechen, brauchen wir einen klaren Begriff:
📉 Drawdown – kurz erklärt
Ein Drawdown beschreibt den maximalen Verlust vom letzten Höchststand bis zum Tiefpunkt deines Depots.
Beispiele:
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–10 % → normale Korrektur
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–20 % → deutlicher Rücksetzer
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–30 % und mehr → Crash-Zone
Wichtig:
👉 Ein Drawdown ist kein Verlust, solange du nicht verkaufst.
Er ist eine Momentaufnahme – kein Endergebnis.
🔍 Die unbequeme Wahrheit
Wenn du langfristig in Aktien investierst, wirst du mehrfach 20 % Drawdowns erleben.
Nicht vielleicht. Nicht eventuell. Sondern ziemlich sicher.
Und genau deshalb ist diese Situation kein Zeichen von Versagen – sondern von Marktteilnahme.
Besonders wachstumsstarke Branchen wie Biotech oder innovative Medizintechnik-Unternehmen können kurzfristig stärker schwanken als der Gesamtmarkt. Welche Chancen und Risiken sich daraus speziell im Gesundheitssektor ergeben können, zeige ich im Überblick zu Gesundheitsaktien und Healthcare-Investments 2026.
Ein oft übersehener Aspekt ist dabei aber die Rolle der Finanzmarkt-Infrastruktur, die unabhängig von Marktphasen Geld verdient.
🟠 Historische Einordnung: Wie „normal“ sind –20 % wirklich?
Ein Blick in die Börsengeschichte hilft, Emotionen zu erden.
📊 Was die Historie zeigt:
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Korrekturen von 10–15 % treten fast jedes Jahr auf
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Rückgänge von 20 % oder mehr etwa alle 5–7 Jahre
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Trotzdem haben sich globale Aktienmärkte langfristig immer erholt
Beispiele:
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2008/09: Finanzkrise → massive Einbrüche, danach jahrelanger Aufschwung
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2020: Corona-Crash → schneller Absturz, schnelle Erholung
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2022: Zins- & Inflationsschock → schmerzhafter, aber kein Dauerzustand
Was alle Phasen verbindet:
👉 Die größten Verluste entstanden bei denen, die im Tief verkauft haben.
👉 Die besten Ergebnisse erzielten jene, die investiert blieben oder nachkauften.
Wie solche Phasen historisch einzuordnen sind, habe ich auch im Artikel "Aktiencrash 2026? Diese 5 Warnzeichen musst du kennen" ausführlich analysiert.
🧠 Die größten psychologischen Fallen bei –20 %
Jetzt kommen wir zum entscheidenden Punkt: Psychologie schlägt Strategie.
🔴 Falle 1: Verlustaversion
Verluste schmerzen emotional etwa doppelt so stark wie Gewinne Freude machen.
Das führt zu irrationalen Entscheidungen – meist genau zum falschen Zeitpunkt.
🔴 Falle 2: Aktionismus
„Ich muss etwas tun!“
Dieser Impuls ist menschlich – aber an der Börse oft teuer.
Nichtstun ist in vielen Phasen die bessere Entscheidung.
🔴 Falle 3: Rückschau-Illusion
Plötzlich scheint alles offensichtlich:
„Das hätte man kommen sehen müssen.“
Nein. Hätte man nicht.
Märkte sind im Rückblick logisch – im Vorfeld nie eindeutig.
🔴 Falle 4: Medien-Overload
Je tiefer die Kurse, desto lauter die Schlagzeilen.
👉 „Das Ende des Systems“
👉 „Diesmal ist alles anders“
Spoiler:
Fast jede Krise fühlt sich einzigartig an – und ist es doch nicht.
Mehr zu diesem Thema findest du auch in meinem Artikel "Börsenpsychologie – Warum Emotionen an der Börse über Gewinn und Verlust entscheiden".
🟢 Was du jetzt konkret tun solltest (und was nicht)
Kommen wir zum wichtigsten Teil.
❌ Was du nicht tun solltest
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Panikverkäufe
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Komplettausstieg aus dem Markt
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Alles umschichten, weil es sich „sicherer anfühlt“
Diese Entscheidungen sind emotional – nicht strategisch.
✅ Was du stattdessen tun kannst
🔹 1. Abstand gewinnen
Schau nicht täglich ins Depot.
Bewerte dein Portfolio nicht im Krisenmodus, sondern mit kühlem Kopf.
Frage dich:
Hat sich die langfristige Investment-These geändert – oder nur der Preis?
🔹 2. Qualität prüfen
Nicht jede Position ist gleich gut:
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Solide Geschäftsmodelle?
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Breite Diversifikation?
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Keine Klumpenrisiken?
Ein Drawdown ist der richtige Moment für Analyse – nicht für Flucht.
🔹 3. Cash strategisch einsetzen (wenn vorhanden)
Wer Liquidität hat, gewinnt Handlungsfreiheit:
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gestaffelte Nachkäufe
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Sparpläne laufen lassen
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antizyklisch denken
Nicht alles auf einmal – sondern strukturiert.
🔹 4. Sparpläne nicht stoppen
Gerade in fallenden Märkten kaufen Sparpläne günstiger ein.
Das fühlt sich schlecht an – wirkt aber langfristig.
🔹 5. Den Zeithorizont bewusst verlängern
Frage dich nicht:
„Wo steht mein Depot nächsten Monat?“
Sondern:
„Wo soll es in 10 oder 20 Jahren stehen?“
Kurzfristige Schwankungen verlieren dann ihre Macht.
❓Häufige Fragen zum Thema Depot im Minus
Ist ein Minus von 20 % an der Börse normal?
Ja. Historisch betrachtet treten solche Rückgänge regelmäßig auf und gehören zum langfristigen Investieren dazu.
Sollte man bei 20 % Verlust Aktien verkaufen?
In den meisten Fällen nein. Panikverkäufe führen häufig dazu, Verluste zu realisieren und spätere Erholungen zu verpassen.
Wie lange dauert die Erholung nach einem 20 % Rückgang?
Das variiert, liegt historisch aber oft zwischen einigen Monaten und wenigen Jahren – abhängig von Ursache und Marktphase.
Wie kann ich mich mental auf Verluste vorbereiten?
Durch realistische Erwartungen, einen klaren Plan und einen langfristigen Zeithorizont.
🟣 Fazit: –20 % sind kein Alarm – sondern ein Realitätscheck
Ein Minus von 20 % fühlt sich brutal an.
Aber es ist kein Ausnahmezustand, sondern ein fester Bestandteil langfristigen Investierens.
Die wichtigste Frage, die sich in dieser Phase stellt, lautet:
Verkaufen oder investiert bleiben?
Nach allem, was du jetzt weißt, ist die Antwort klarer als sie sich im ersten Moment anfühlt:
Nicht Aktionismus, sondern Verständnis, Struktur und Geduld sind entscheidend.
Wer Rückgänge einordnen kann, psychologische Fallen erkennt und einen klaren Plan hat, trifft in schwierigen Marktphasen bessere Entscheidungen – auch wenn es emotional schwerfällt.
Solche Phasen zeigen, warum einfache und konsequente Strategien langfristig oft überlegen sind – nicht wegen besserer Prognosen, sondern wegen besseren Verhaltens.
👉 Wenn du heute ruhig bleibst, analysierst statt reagierst und deinem langfristigen Zeithorizont treu bleibst, dann machst du vieles richtig.
Auch – und gerade – wenn sich dein Depot gerade tiefrot anfühlt.
❗ Hinweis: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.





