Wie viel Rohstoffe gehören wirklich ins Depot?

Veröffentlicht am: 15.03.2026

Wie viel Rohstoffe gehören wirklich ins Depot? Portfolio mit Gold, Öl und Rohstoffen
Rohstoffe können ein Portfolio stabilisieren – entscheidend ist jedoch, welcher Anteil im Depot sinnvoll ist.

Viele Anleger fragen sich, wie groß der Anteil von Rohstoffen im Portfolio wirklich sein sollte. Die Antwort hängt von Diversifikation, Risikobereitschaft und langfristiger Strategie ab.

 

Rohstoffe gelten für viele Anleger als wichtiger Baustein eines gut diversifizierten Portfolios. Gold, Öl, Industriemetalle oder Agrarrohstoffe bilden die Grundlage moderner Wirtschaft – und genau deshalb können sie auch im Depot eine besondere Rolle spielen.

Doch eine Frage taucht immer wieder auf: Wie groß sollte der Anteil von Rohstoffen im Portfolio eigentlich sein?

Während manche Investoren stark auf Rohstoffe setzen, sehen andere sie eher als kleine Ergänzung zu Aktien und Anleihen. Die Wahrheit liegt – wie so oft an der Börse – irgendwo dazwischen.

Rohstoffe können helfen, ein Portfolio widerstandsfähiger gegen Inflation, wirtschaftliche Zyklen und geopolitische Risiken zu machen. Gleichzeitig sind sie eine Anlageklasse mit eigenen Schwankungen und Besonderheiten.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, ob Rohstoffe ins Depot gehören, sondern vor allem wie viel Anteil sinnvoll sein kann, ohne das Portfolio unnötig riskant zu machen.

In diesem Artikel schauen wir uns genauer an, welche Rolle Rohstoffe im Portfolio spielen können, welche Vorteile sie bieten – und welcher Anteil für viele langfristige Anleger tatsächlich sinnvoll sein könnte.

Kurzantwort: Wie viel Rohstoffe gehören ins Depot?

Für viele langfristige Anleger liegt eine sinnvolle Rohstoffquote häufig zwischen 5 und 15 % des Portfolios. Dieser Anteil kann helfen, ein Depot besser zu diversifizieren und Risiken aus Inflation oder Rohstoffzyklen abzufedern.


Warum Rohstoffe überhaupt ins Portfolio gehören können

Rohstoffe unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt von vielen anderen Anlageklassen: Sie sind nicht nur Finanzwerte, sondern physische Ressourcen, die in der realen Wirtschaft gebraucht werden.

Energie, Metalle oder landwirtschaftliche Produkte sind die Grundlage für Industrie, Infrastruktur und Versorgung. Dadurch reagieren Rohstoffpreise oft anders auf wirtschaftliche Entwicklungen als klassische Aktienmärkte.

In bestimmten Phasen – etwa bei steigender Inflation oder geopolitischen Spannungen – können Rohstoffe sogar besonders stark gefragt sein. Während andere Anlageklassen unter Druck geraten, profitieren Rohstoffmärkte häufig von knapper werdenden Ressourcen oder steigenden Produktionskosten.

Genau deshalb nutzen viele Anleger Rohstoffe als Diversifikationsbaustein. Sie können dazu beitragen, ein Portfolio stabiler aufzustellen und Abhängigkeiten von einzelnen Marktsegmenten zu reduzieren.

Warum Rohstoffe für viele Anleger eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio sein können, habe ich auch im Artikel „Rohstoffe als Depot-Booster – Warum sie mehr können als nur Inflationsschutz“ ausführlicher erklärt.


Rohstoffe reagieren oft anders als Aktien

Ein weiterer Grund für Rohstoffe im Portfolio liegt in ihrem unterschiedlichen Verhalten gegenüber Aktien.

Während Aktien stark von Unternehmensgewinnen, Wirtschaftswachstum und Zinsen beeinflusst werden, reagieren Rohstoffe häufig auf ganz andere Faktoren. Dazu gehören zum Beispiel:

  • globale Nachfrage nach Energie oder Metallen

  • geopolitische Entwicklungen

  • Produktionsengpässe

  • Infrastrukturinvestitionen.

Das bedeutet: In manchen Marktphasen entwickeln sich Rohstoffe deutlich anders als Aktien. Genau diese unterschiedlichen Bewegungen können helfen, ein Portfolio insgesamt stabiler zu machen.

Viele Investoren nutzen Rohstoffe deshalb nicht als Hauptanlage, sondern als Ergänzung zur Diversifikation.


Die typische Rohstoffquote im Portfolio

Die Frage nach der „richtigen“ Rohstoffquote lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Verschiedene Studien und Portfolioansätze zeigen jedoch, dass Rohstoffe meist nur einen begrenzten Anteil im Depot einnehmen.

In vielen langfristigen Strategien liegt dieser Anteil häufig im Bereich von etwa 5 bis 15 Prozent des Portfolios.

Der Grund dafür ist einfach: Rohstoffe können zwar eine wichtige Rolle spielen, sind aber gleichzeitig auch stärker von Zyklen abhängig als viele andere Anlageklassen. Ein zu hoher Anteil würde das Portfolio unnötig volatil machen.

Eine moderate Gewichtung dagegen kann helfen, die Vorteile dieser Anlageklasse zu nutzen, ohne das Gesamtrisiko zu stark zu erhöhen.


Welche Rohstoffe besonders relevant für Anleger sind

Nicht alle Rohstoffe spielen im Portfolio die gleiche Rolle. Einige Ressourcen sind für Anleger besonders interessant, weil sie eine zentrale Bedeutung für Wirtschaft und Infrastruktur haben.

Dazu gehören vor allem Energie-Rohstoffe wie Öl und Gas, Industriemetalle wie Kupfer oder Nickel sowie Edelmetalle wie Gold oder Silber.

Gold wird dabei oft als eigener Bereich betrachtet, weil es weniger von industrieller Nachfrage abhängt und stärker als Wertaufbewahrungsmittel genutzt wird. Industriemetalle dagegen sind eng mit globalem Wachstum und Infrastrukturprojekten verbunden.

Viele Anleger setzen deshalb nicht auf einzelne Rohstoffe, sondern auf eine breitere Streuung über mehrere Rohstoffmärkte.

Ein besonders spannender Bereich innerhalb der Rohstoff- und Infrastrukturmärkte ist Wasser. Welche Investmentmöglichkeiten es dort gibt, erkläre ich im Artikel „In Wasser investieren: Aktien, ETFs oder Versorger?“.


Wie Anleger in Rohstoffe investieren können

Rohstoffe lassen sich auf verschiedene Arten ins Portfolio integrieren.

Eine Möglichkeit sind spezialisierte Rohstoff-ETFs, die entweder Rohstoffpreise oder Unternehmen aus der Rohstoffindustrie abbilden. Diese Variante ist für viele Anleger der einfachste Zugang zu dieser Anlageklasse.

Wenn du genauer verstehen möchtest, wie Rohstoff-ETFs aufgebaut sind und welche Varianten es gibt, findest du eine ausführliche Einführung im Artikel „Rohstoff-ETFs: Wie du einfach in Gold, Öl & Co. investieren kannst“.

Eine andere Möglichkeit sind einzelne Rohstoffunternehmen – etwa Bergbaukonzerne, Energieproduzenten oder Infrastrukturunternehmen aus der Rohstoffbranche. Solche Aktien können besonders stark von steigenden Rohstoffpreisen profitieren, tragen aber auch zusätzliche Unternehmensrisiken.

Welche Strategie besser passt, hängt vor allem von der eigenen Risikobereitschaft und der gewünschten Portfolio-Struktur ab.

Ob ein breit gestreuter ETF oder einzelne Rohstoffunternehmen langfristig sinnvoller sind, bespreche ich ausführlich im Vergleich „Rohstoff-ETF oder Rohstoffaktien? Welche Strategie langfristig besser ist“.


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Wann ein höherer Rohstoffanteil sinnvoll sein kann

In bestimmten Situationen entscheiden sich Anleger bewusst für eine etwas höhere Rohstoffquote.

Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Inflation steigt oder geopolitische Risiken zunehmen. Auch große Infrastrukturprogramme oder ein starker globaler Konjunkturzyklus können die Nachfrage nach Rohstoffen erhöhen.

In solchen Marktphasen können Rohstoffe besonders stark profitieren – etwa wenn langfristige Angebots- und Nachfragezyklen zusammenkommen. Ob sich aktuell ein neuer Rohstoff-Superzyklus entwickeln könnte, analysiere ich im Artikel „Superzyklus Rohstoffe: Mythos oder echte Chance?“.


Wann Rohstoffe im Depot weniger wichtig sind

Es gibt auch Marktphasen, in denen Rohstoffe eine geringere Rolle spielen.

Wenn die Weltwirtschaft schwächelt oder Rohstoffmärkte ein Überangebot aufweisen, können Preise über längere Zeit stagnieren oder sogar fallen. Gerade Industriemetalle reagieren empfindlich auf wirtschaftliche Abschwünge.

Deshalb sollten Rohstoffe nicht als kurzfristige Spekulation betrachtet werden, sondern eher als langfristiger Diversifikationsbaustein.


Rohstoff-ETF oder Rohstoffaktien – was ist besser?

Für die meisten langfristigen Anleger sind Rohstoff-ETFs die einfachere und stabilere Lösung, weil sie eine breite Diversifikation bieten.
Rohstoffaktien können jedoch höhere Renditen ermöglichen, wenn einzelne Unternehmen besonders stark vom Rohstoffboom profitieren.

Die Kombination beider Strategien kann daher sinnvoll sein.


Fazit: Rohstoffe als Ergänzung – nicht als Hauptstrategie

Rohstoffe können ein Portfolio sinnvoll ergänzen, weil sie eine Anlageklasse darstellen, die sich oft anders entwickelt als klassische Aktien oder Anleihen.

Für viele langfristige Anleger liegt eine sinnvolle Gewichtung häufig im Bereich von etwa 5 bis 15 Prozent des Portfolios. Dieser Anteil ermöglicht es, von möglichen Rohstofftrends zu profitieren und gleichzeitig das Gesamtrisiko im Depot zu kontrollieren.

Entscheidend bleibt jedoch, Rohstoffe nicht als alleinige Strategie zu betrachten. Sie funktionieren am besten als Teil eines breiter aufgestellten Portfolios.

Wer sie klug einsetzt, kann sein Depot damit robuster gegenüber verschiedenen wirtschaftlichen Entwicklungen machen – ohne dabei unnötige Risiken einzugehen.


FAQ – Rohstoffe im Portfolio

Sind Rohstoffe im Portfolio wirklich notwendig?
Nicht zwingend. Viele Anleger kommen auch ohne Rohstoffe aus. Sie können jedoch helfen, ein Portfolio breiter zu diversifizieren und bestimmte Risiken auszugleichen.

Warum reagieren Rohstoffe anders als Aktien?
Rohstoffpreise werden stark von Angebot, Nachfrage und geopolitischen Entwicklungen beeinflusst. Aktien dagegen hängen stärker von Unternehmensgewinnen und wirtschaftlichem Wachstum ab.

Sind Rohstoffe eine gute Absicherung gegen Inflation?
In manchen Phasen ja, weil steigende Preise für Energie oder Metalle direkt in Rohstoffmärkte einfließen können. Allerdings funktioniert dieser Effekt nicht in jeder Marktphase gleich stark.

Wie kann man am einfachsten in Rohstoffe investieren?
Für viele Privatanleger sind Rohstoff-ETFs der einfachste Weg, weil sie eine breite Streuung über verschiedene Rohstoffe oder Rohstoffunternehmen ermöglichen.

Sind Rohstoff-ETFs sicherer als Rohstoffaktien?
Ja, weil sie meist mehrere Rohstoffe oder Unternehmen enthalten.

Kann man mit Rohstoffaktien stärker profitieren?
Ja, wenn einzelne Unternehmen besonders stark vom Rohstoffpreis profitieren.

Kann man beides kombinieren?
Ja, viele Anleger nutzen Rohstoff-ETFs als Basis und ergänzen einzelne Rohstoffaktien.

 

Hinweis: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr


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Lars Riechmann

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